| Titel: | Ausweitung der Kampfzone |
| Autor: | Michel Houellebecq |
| Besprochen von: | Dominik Kellner |
| Kontakt: | recht@ra-kellner.de |
| Ein Buch über die
Einsamkeit und über die Leere in der Informationsgesellschaft
Die Held des Romans arbeitet in einer EDV-Firma. Beruflich gehört er als Softwareexperte zu den Gewinnern in der freien Marktwirtschaft. Langsam wird im aber bewußt, dass er in der Welt der großen sexuellen Freiheit zu den Verlierern gehört. Er hatte früher zwar einmal eine Freundin gehabt, doch selbst bei ihr hatte er immer einen leichten Widerwillen beim Geschlechtsverkehr bemerkt. Eine neue Freundin findet er nicht. Er bemüht sich verzweifelt aus seiner Isolation herauszukommen, jedoch ohne Erfolg. Mit einem Kollegen, der genauso häßlich ist, wie er selbst, versucht er an junge Frauen in einer Disco heranzukommen. Diese interessieren sich jedoch nur für andere Männer. Um seine eigene Wut auszuleben, stiftet er seinen Kollegen zum Mord an. Dieser begeht jedoch in seiner Verzweiflung durch einen beabsichtigten Verkehrsunfall Selbstmord. Nachdem er in immer tiefere Depressionen stürzt, merkt er dass er keinen wirklichen Halt in seinen Mitmenschen hat. In der Firma fällt er mit seinen Auffälligkeiten sofort durch das soziale Netz, denn für zwischenmenschliche Probleme ist in einer Softwarefirma kein Platz. Mit Ausweitung der Kampfzone will der Autor ausdrücken, dass es in einer Gesellschaft der totalen sexuellen Freiheit ebenso wie in der Marktwirtschaft Gewinner und Verlierer gibt. Menschen, die nicht dem Schönheitsideal entsprechen, haben keine Chance Wärme oder Geborgenheit zu erfahren bzw. ein erfülltes Sexualleben zu haben. Ín unserer Gesellschaft ist zwar alles vorhanden, was man nicht braucht, jedoch nicht das was für das menschliche Glück notwendig ist. Seine Theorien bewegen sich aber letztlich auf derselben abstrakten Ebene, wie diejenigen der Computerexperten, ohne die Schwierigkeiten auf konkreter Ebene anzugehen. Aber genau dies ist eben die Problematik der Hauptperson, die in bisher für männliche Autoren ungewohnt offener Form beschrieben wird. Es ist kein aufheiterndes Buch, jedoch lesenswert, weil es sicher viele andere Menschen gibt, die diesselben Schwierigkeiten mit dem Leben haben. |
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(c) Dominik Kellner |
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