Alexandriner (mask.)
Verszeile aus 6 Jamben mit obligater Zäsur nach der 3. Hebung. Nicht selten folgt auf die letzte Hebung noch eine unbetonte, 13. Silbe (s. Bsp.).

(Bsp.:)   Andreas Gryphius

Was sind wir Menschen doch? ein Wohnhauß grimmer Schmertzen . . .

Metrisches Schema (für jede unbetonte Silbe steht x, für jede betonte 'x, die Zäsur ist durch || markiert):

x 'x x 'x x 'x || x 'x x 'x x 'x x.

Je nach Anordnung des Reims wird unterschieden zwischen heroischem Alexandriner (Reimfolge: aa bb) und elegischem Alexandriner (Reimfolge: ab ab).
Aufgrund seiner zäsurbedingten »zweischenkligen Natur« (Schiller) ist der Alexandriner in der deutschen Lyrik und Dramatik des 17. und frühen 18. Jh.s sehr beliebt; der häufig mit rhetorischen Mitteln arbeitende Dichter des Barock kann im Alexandriner Gedanken innerhalb einer Verszeile besonders gut antithetisch gegenüberstellen oder reihen.

(Bsp.:) »Was dieser heute baut / reißt jener morgen ein« (Andreas Gryphius)

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