Metrum (neutr.)
Auch Versmaß; vorgeprägtes Schema, regelt die Silbenfolge einer Verszeile im Rahmen des in der jeweiligen Sprache gültigen Versprinzips, z. B. auf der Grundlage der Silbendauer – im Altgriechischen und Lateinischen –, der Silbenzahl – in den romanischen Sprachen – oder – wie im Deutschen, Englischen u. a. germanischen Sprachen – auf der Grundlage des Wort-Akzents, d. h. betonter/unbetonter Silben.
Ein metrisches Schema ist die abstrakte Darstellung eines bestimmten Metrums, für jede unbetonte Silbe wird ein x geschrieben, für jede betonte ein x mit Akzent darüber (hier: 'x), fakultative Silben stehen in Klammern. So sieht z. B. das metrische Schema des Alexandriners folgendermaßen aus:

x 'x x 'x x 'x || x 'x x 'x x 'x (x).

Das Eigenleben und die ›Musik‹ der Verssprache beruhen nicht zuletzt auf dem spannungsvollen Wechsel-Spiel zwischen dem abstrakten Metrum und seiner konkreten Erfüllung, d. h. dem individuellen Rhythmus der Verse, der u. a. durch sinnbezogenes Lesen entsteht, wobei Akzente gesetzt und Zäsuren gemacht werden.

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